Hier die fünf bekanntesten Prinzipien des Stoizismus, die in der Anwendung eine stoische Lebensweise unterstützen:
Memento Mori: ist nicht einfach nur eine Mahnung an den Tod, sondern hilft uns das Leben in seiner Gesamtheit zu verstehen und zu akzeptieren. Es erinnert uns daran, dass alles vergänglich ist, sowohl das Gute als auch das Schlechte. Diese Erkenntnis kann uns von der Angst vor dem Tod befreien und uns dazu anregen, jeden Moment bewusst zu leben.
Amor Fati: ist die Entscheidung für sich zu treffen, sein Schicksal zu lieben, egal was passiert. Es ist die Praxis, alles zu akzeptieren und anzunehmen, was geschehen ist, geschieht und noch geschehen wird.
Premeditatio malorum: ist eine stoische Übung, bei der man sich mögliche negative Ereignisse vorstellt, um sich mental auf Widrigkeiten vorzubereiten und Resilienz aufzubauen. Diese Technik, auch „Vorwegnahme des Bösen“ genannt, dient nicht dem Pessimismus, sondern dazu, die Angst vor dem Unbekannten zu verringern, indem man sich mögliche Schwierigkeiten vorab ausmalt und Pläne dafür entwickelt. Ziel ist es, bei unerwarteten Rückschlägen nicht überrascht oder überwältigt zu sein, sondern ruhig und mit innerer Stärke reagieren zu können.
Die Dichotomie der Kontrolle: ist ein stoisches Prinzip, das besagt, dass man zwischen Dingen unterscheiden muss, die man kontrollieren kann (Gedanken, Urteile, Handlungen), und solchen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen (Wetter, Meinungen anderer, Ergebnisse). Der Schlüssel zum Seelenfrieden liegt darin, sich auf die kontrollierbaren Aspekte zu konzentrieren und die unkontrollierbaren zu akzeptieren und loszulassen.
Sympatheia: Der stoische Begriff der Sympatheia ist eng mit der Weltoffenheit verbunden. Die Stoiker betrachteten sich nicht als Teil eines Landes, einer Rasse, einer Religion, sondern als Bürger der Welt. Aus stoischer Sicht sind Land, Religion, Hautfarbe, Sexualität usw. nicht wichtig, denn diese Unterschiede sind in den Augen der Natur unbedeutend. Wichtig ist es hingegen anderen mit Liebe und Respekt zu begegnen und zum Wohl des Ganzen beizutragen und somit im Einklang mit der Natur zu leben.